Dekadenz

Hallo Leute,

na, wie geht‘ s euch? Meine Woche Ferien neigt sich dem Ende zu. Und so langsam ist Halbzeit meines Pekingaufenthalts, aber ihr wisst ja, dass ein Spiel ganze 90 Minuten dauert. Davon träumen die meisten Frauen wohl. Jedoch kommt die Zwischenbilanz erst demnächst – vielleicht mache ich es auch auf die chinesische Variante und es gibt 3 davon. Und wer das für Humbug hält, wird niemals einen IPO in China schaffen – und das würde sich heute echt lohnen. Tja, hier mal wieder eingestreutes Faktenwissen…

Noch mehr davon: In den Edelclubs Pekings lassen wohlhabende Chinesen zwischen 20,000 bis 40,000 Kuai liegen. Gut, wird in München ähnlich sein – aber ich habe dort selten 4 Lamborghinis gesehen. Mehrere S 63 und, und, und… schöne Frauen in kurzen Designer-…Stofffetzen. Die tun dem menschlichen Auge manchmal fast genau solche Qualen an, wie meine mangelnde Rechtsschreibung oder die 3 Fs in diesem Wort. Da drückt die Schreibweise schon die physische Disposition des Wortes aus, genau wie es das Wort Wurzelbehandlung bei den meisten Kontinentaleuropäern mit deutschem Sprachhintergrund tut.

Zurück zu der oberen Schicht, quasi der not-receiving-side-of-the-stick-always-fighting-a-downhill-battle, da sind sie nun, manche fett, manche trainiert und alle mit schönen Frauen und Designerklamotten und konsumieren munter vor sich hin. Vodka, Whiskey – alles in 5 Liter Flaschen, als wäre es ihr Zepter der Macht, das Auto ihre Krone und die Frau der Reichsapfel.

Grell! Das war mein erster Gedanke, als ich einen der besseren Clubs in Beijing betrat. Man wird von der grellen Laserlichtanlage begrüßt, die man sich vermutlich von George Lucas ausgeliehen hat – das Licht hätte vom Todesstern persönlich kommen können. Die Wirkung war beim ersten Mal ähnlich. Danach fühlt man sich so frisch wie Yoda und sieht mindestens genauso grün. Nachdem man den ersten Schock verdaut und sich an die hübschen Frauen und die echt gute Musik gewöhnt hat, schweift das Auge zur Dekadenz des Tages – da sehe sogar ich alt dagegen aus, wenn ich eine Yoda auf meiner Schulter sitzen hätte: Man freut sich zunächst, weil es so aussieht, als wäre die Tanzfläche gigantisch. Riesig – chinesisch eben. Weit gefehlt! Das was aus der Entfernung wie das Mekka des Clubbers aussieht, entpuppt sich später als riesiger Parkplatz der Dekadenz. So wie draußen auf dem Parkplatz die großen Karossen abgestellt sind, finden sich hier weiße Ledersofas, die mit 5 Liter Flaschen Schnaps und hübschen Frauen, die gelangweilt in die Ecke starren, wie es nur neureiche, gelangweilte Kiddies können und Johannes, ab deutlich zuviel Alkohol, dekoriert sind. Da wird nicht getanzt, nein da zeigt man die Abscheu vor dem Tanzen, da das Make-Up verrutschen und man in Kontakt mit niederen Wesen kommen könnte, oder so. Spannende Angelegenheit!

Wenn wir schon bei Dekadenz sind – nein, ich habe nicht schon wieder ein 5 Gänge Menu zu mir genommen, sondern ich war im Kino. Im VIP Kino. VIP bedeutet in diesem Fall ein kleines Kino mit riesigen Ledersesseln, einer Soundanlage, die es in sich hat und 17 Grad Innentemperatur. Da wird der Film fast zweitrangig, aber nur fast: Wolverine – sehr schönes Popcorn Kino. Macht Spaß.

Ganz im Gegensatz zum Wetter – es ist warm. Eklig. Aber sonst lebt es sich hier ganz nett…

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