Archive for Juni 2009

Shanghai – II

Juni 27, 2009

Willkommen zurück im Lande der unaussprechlichen Fremdwörter,

nachdem wir in den letzten Wochen eher Sympathie und Empathie hatten, kommen wir jetzt auf Level 3, quasi Dinge der Unmöglichkeit für mich. Und ich rede nicht vom Abstellen von Verbaldiarrhoe, das vielleicht ein anderes Mal, sondern, Achtung ich mache es offiziell: Ich war das erste Mal seit 4 Jahren wieder richtig im Urlaub, so mit Urlaubsfeeling und so. U-R-L-A-U-B. Ich rede hier nicht von der alltäglichen Dekadenz meiner kulinarischen Hochgenüsse, sondern von dem dezidierten Ansatz Urlaub zu machen. Deshalb sitze ich auch gerade in einem französischen Cafe in Shanghai und warte auf meinen Rückflug – da bleibt etwas Zeit zum bloggen. Und wer hat mich nicht vermisst? Okay, blöde Frage…

Der Kaffee, das Baguette und das Croissant – ein Traum. Könnte auch damit zusammenhängen, dass ich bei Paul, einem französischen Traditionshaus sitze. Und das wichtigste: voll klimatisiert, was natürlich bei mir zu leichter kongtiaobing geführt hat. Ihr fragt euch was das ist? Ganz einfach: Klimaanlagen induzierte Erkältungskrankheiten jeglicher Coloeur. Kongtiao ist die Klimaanlage und bing ist Krankheit. Naja, das soll aber nicht das Thema sein – festzuhalten ist nur, dass das Klima in Shanghai anstrengend ist und man auch gerne mal Taxi nur der Abkühlung willen fährt. Ein Hoch auf die Luftfeuchtigkeit, die auch mal prozentual betrachtet dreistellig werden kann.

Shanghai ist Dynamik, Lifestyle, China, Europa, New York, Metropole, Puls der Zeit, verrückt, teuer, billig, grün, nobel, dekadent, lecker, Straßenleben, erdrückend, unangenehm, Kultur, Eldorado, Ende der Existenz, überwältigend, nicht Peking. Aber vielleicht irgendwie meine Welt…

Mittwochabend war aber erstmal Essen angesagt. Typische Shanghai Cuisine. Nicht schlecht, aber auch nicht meins. An dieser Stelle muss ich mich bei Linda bedanken, die sich meiner und meinen kulinarischen Wünschen angenommen hat. Großartiger Service! Spontan wurde ich auch mit Straßenkarte und Sightseeing-Liste ausgestattet, was mir später noch gute Dienste erwies.

Danach ging es spontan zu Sebastian, der mir für eine Nacht Asyl gewährte, bevor es für mich dann die folgenden Nächte in das Reich von Tanja und Frank ging. Über die Unterbringung konnte ich wahrlich nicht meckern. Großartig!

Shanghai – für mich eine Erinnerung an geschäftiges Treiben. Businessdynamik und ein Hauch Lebensgefühl. Wie zu erwarten, konnte ich auch diesen Eintrag nicht an einem Stück schreiben, sondern musste ihn zusammenzerhackstücken. Inzwischen ist wieder Samstag und ich frühstücke mal wieder westlich mit allem was dazu gehört. Und nehme weiter ab…. jep.

Inzwischen ist meine Stimme leicht lädiert, nachdem ich vorgestern auf die großartige, epochale, legendäre Idee gekommen bin doch einfach mal 8 Stunden am Stück Karaoke zu betreiben. Clever! Naja, zumindest 150% spaßig und ganz ohne Alkohol. Stattdessen keine Dehydration, keinen Kopf und noch wichtigiger: Keinen Unterricht aufgrund der überwältigenden Priorität der Frühstücksaufnahme. Toll.

Danach erstmal 3 Stunden schlafen. Vor Schwüle sterben. Aufstehen. Emails und viel Kleinkram. Abends mit 9 Personen 30 Cocktails auf einmal in der Happyhour bestellen. Mehr Karaoke. Um halb 7 aufstehen. Inzwischen wieder im Cafe sitzen. Zeit genießen, nachdenken, planen, verwerfen, vorwärts kommen, verwerfen, mehr verwerfen, träumen, erinnern, überdenken, lernen… so sehen meine Tage manchmal aus. Das ist China.

Wertvoll…

Juni 9, 2009

So inzwischen ist wieder einmal Montag, doch dieses Mal ist alles anders: Nein, ich rede nicht von Kater oder anderen Exzessen, sondern von etwas völlig Anderem. Ich habe tatsächlich den Anflug des Gefühls etwas geleistet zu haben. Kaum zu glauben, aber es könnte fast so sein… natürlich nicht viel – aber so ein bisschen. Nein, entgegen allen Erwartungen habe ich die Chinesen nicht zur Bekennung zum Kapitalismus überzeugt oder endlich das lang ersehnte Firmenimperium aus dem Boden gestampft. Nein. Fast. Viel besser – Kekse gebacken.

Donnerstag ging es los! 23.50 Uhr Nachtzug nach Fuyang, Anhui – im Herzen Chinas. Das bedeutet 9 Stunden Nachtzug – ein echtes Erlebnis. Vorher aber erst noch meine 2 Würzburger Mitreisenden eingesammelt – für alle, die jetzt böse oder enttäuscht sind: Es war die letzte Möglichkeit meine gute Freundin Annie zu sehen – da kamen die mit, die nachgefragt haben. Vorher musste ich aber noch unbedingt meinen schlechten Orientierungssinn zur Schau stellen, was uns nicht daran gehindert hat uns mit unserer chinesisch-amerikanischen Küchenchefin Lillian zu treffen und gemeinsam zum Bahnhof zu kommen.

Nach einer Duschbedürfnis hervorrufenden Zugfahrt, die echt cool war, nur eben nicht im eigentlichen Sinne des Wortes, kamen wir gegen halb 10 in Fuyang an. Bei Fuyang handelt es sich um eine unbedeutende 9 (!!) Millionen Stadt, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Ich hatte jedoch schon vorher etwas über Anhui und der Nebenprovinz Henan gehört – sie sind bekannt für AIDS, TB, Malaria und bei mir inzwischen für sehr gutes Essen und seine Menschen.
So, schnell ausgestiegen und Koffer getragen und zack schlägt das Klima zu. Her mit der Dusche! Quasi doppeltes Duschbedürfnis. Und dieses Bedürfnis kommt mit einer Regelmäßigkeit auf, kaum zu glauben und korreliert mit dem Tatbestand des Verlassens klimatisierter Räume. Und dann noch schnell einer sehr netten Mutter beim Tragen der Koffer – überhaupt bin ich ein Spezialist für tragende Rollen – geholfen. Sie hatte das Pech mit uns ein Abteil teilen zu dürfen und wir waren viel zu laut…
Naja, wir wurden dann von Annie und einer Lehrerin abgeholt. Flux ins Hotel und geduscht und dann auf ins NGO Büro – zum Treffen mit der Direktorin. Sehr beeindruckende Frau!
Für Informationen:

http://www.faaids.com

http://www.patskids.org

Mit Zhang Ying, der Direktorin und der kleinen Nan Nan fing alles an. Die Geschichte wird am besten in dem Oskar-prämierten Film „The Blood of YingZhou District“ erzählt. Obwohl sie 2005 zu den einflussreichsten Chinesen gewählt und ihr Ehemann KFC nach China gebracht hat, stellt sie sich mit Plakaten in Busse und klärt die Menschen – quasi ambulant – über HIV/AIDS auf. Hinter der NGO stehen Größen wie der Premier Wen Jiabao, Yao Ming und Johnson & Johnson. Und viele andere. Und ich.
Gute Sache, starke Umsetzung – ich bin dabei. Satzung ist quasi fertig, Gebührenordnung kommt noch. Der Rest des Vereins kommt. Ich habe das ja schon einmal nicht ganz unerfolgreich durchgestanden. Und dieses Mal kann sich keiner vor der Effizienz drücken. Zu großer Overhead bedeutet, dass die Kinder weniger bekommen. Inakzeptabel. Ach ja, Sitz des Vereins ist Würzburg. Ja, aus dem Wahlsinologe wurde ein Wahlwürzburger. Verrückt! Und so nenne ich auch jeden, der es ein Strohfeuer nennt. Die Profis unter euch erkennen meine Ambition, wenn sie durchkommt. Und wissen auch was das bedeutet. Ja, The Man könnte vielleicht wieder zurück sein.

So, zurück zu meinen Reisememoiren. Fuyang war voller Sinneseindrücke. Die Farben, vor allem der Geruch und der Geschmack. Und der kam vor allem beim anstehenden Mittagessen durch, welches wir in unserem Hotel eingenommen haben. Memo an mich selbst: Man sollte häufiger mit einem ehemaligen Küchenchef essen gehen.
Und dann ging es erstmal ins Waisenhaus zu den 5 Waisen. Eltern sind an AIDS gestorben. Sie selbst sind HIV positiv und von der Gesellschaft verstoßen. Deshalb können sie auch nicht bei Verwandten wohnen. Sie würde das gleiche Schicksal der Verbannung ereilen. Und warum? Wegen mangelnder Bildung. Die Leute glauben, dass AIDS schon per Berührung übertragbar ist. Eigentlich reicht ja schon der gleiche Raum. Und das führt wie nicht anders zu erwarten zu Ausgrenzung, Mobbing, Verachtung – Zerstörung jeglicher Würde. Das können Menschen. Vor allem Kinder und zwar richtig gut. Experten. Überall haben wir den Spruch, das Mantra, ja die weisen Worte lesen können:

Women dou yiyang.

Wir sind alle gleich.

Und nichts packt die Lösung genauer am Schopf als das und lacht der Realität ins Gesicht Mit einem Lächeln, das nur von dem Lächeln dieser Kinder noch übertroffen werden kann. Einem Lächeln von Kindern die ein Zuhause brauchen. Und denen sich Menschen wie Zhang Ying oder Annie angenommen haben. Jedes Kind hat seine Geschichte. Leider das gleiche Schicksal.

Danach ging es an eine Mittelschule auf dem Land, wo wir schlicht und einfach eine Attraktion waren, wobei der Rektor noch eine größere sein muss.

Dann sollten wir uns vor einer Klasse vorstellen. Großes Kino – gewaltiges Tennis! 3 Jahre Chinesisch und dann sowas… zum Glück hatten wir Lillian dabei, die recht fließend chinesisch kann und sie lernt seit Februar Chinesisch. Dafür ist sie aber auch motiviert dabei. Sehr abstruse Szene, so vor einer Klasse irgendwo im nirgendwo zu stehen und zu erklären, dass Deutschland in Europa liegt. Ist auch nicht so wichtig…wir waren trotzdem die Attraktion schlechthin. So noch 3 Bilder mit dem Rektor gemacht – die blonden Frauen mussten natürlich neben ihm stehen und weiter ging es mit unserer Reise.

Wir sind nach dem kurzen Schulintermezzo weiter zu Nan Nan nach Hause gezogen. Nan Nan lebt auf allein mit ihrer Schwester auf dem Land. Soll heißen, 2 ausgezeichnete Gebäude, 4 Räume, nur einer ausgestattet, ein kleines Beet und der Respekt von allen Beteiligten gegenüber Nan Nan. Sie ist 17 und lebt inzwischen völlig selbstständig. Der Onkel will sie nicht bei sich haben und nutzt stattdessen lieber ihr Feld und lässt ihr natürlich keinerlei Geld zukommen. Sie scheint inzwischen ein ziemlich normaler Teenager auf dem chinesischen Land zu sein, der eine Menge mitgemacht hat – ich sage nur so viel: Als sie von Zhang Ying gefunden wurde, war sie in einem kaum vorstellbaren Zustand…

Nach diesem Besuch ging es in Richtung Hotel – mal wieder duschen natürlich und Eindrücke verarbeiten. Von denen gab es natürlich mehr als genug. Erstaunen, Schrecken, Unverständnis, unfair, Respekt, Bewunderung. Dann noch einem kulinarischen Hochgenuss nachgekommen, Gehirn zermattert und auf ins Bett. Am nächsten Tag war es dann so weit: Kekse backen!

Lustiger Backspaß mit kleinen Kindern! Kann ich jedem nur empfehlen. Ich habe mich dann um den Backofen gekümmert. Kann das! Und es hat sogar ganz ordentlich geklappt. Vielleicht schaffe ich es ja hier mal mit Fotos zu glänzen.

Naja, nach extrem leckeren Mittagessen auf der Straße ging es dann auch schon auf in Richtung Activity Center. Hier kommen die Kinder aus der Umgebung, soll heißen bis zu einer Stunden mit dem Fahrrad, her und werden unterrichtet, spielen und haben gemeinsam eine schöne Zeit. Hier wurden die Kekse dann verteilt. Auch hier gilt wieder der Dank dem gesamten Team für diese unermüdliche Leistung. Man kann nur dankbar sein, dass es solche Menschen gibt.
Im Anschluss an diesen schönen Nachmittag gab es dann noch ein großes Abschlussabendessen. Und ich habe das mit der chinesischen Sitzordnung sogar hinbekommen! Wie bereits gesagt, es war ein tiefgreifendes Erlebnis, das ich so noch gar nicht richtig erfasst habe…

So sieht‘ s aus…

Juni 8, 2009

Hallo zusammen,

so, willkommen zur offiziellen und rituellen Blogentstaubung. Baströcke und Blutopfer bereit? Ganz so historisch-traditionell wertvoll wird die Sache dann doch nicht ganz…

Nach kleineren Magenverstimmungen kann ich mich endlich wieder nur der Hitze hingeben.Heute soll es mal wieder 39 Grad geben. Toll, ich sag’s euch. Wer‘ s heiß mag ist hier ganz genau richtig. Ich genieße das Wetter wie ein Backstein auf meinem großen Zeh, nur eben im Ganzkörperformat. Ich habe bisher nur einen Halbspanier getroffen, der das Wetter hier echt toll fand. Ein Traum meinte er – wohl eher ein Alptraum. Spaß beiseite, ich kann mich aber trotzdem recht gut über Wasser halten. Gestern Nachmittag war das Mittel der Wahl die Margarita Happy Hour auf einer recht hübschen Dachterasse – 6 Stunden lang. Mache ich inzwischen Urlaub? Vielleicht. Bin ich gestresst? Auf gar keinen Fall! Bin ich entspannt? Ausgeschlossen!

Warum? werden sich jetzt die Cleveren unter den Gelangweilten fragen. Irgendwas macht der Kerl doch falsch – sitzt in einem sonnigen Entwicklungsland, bekommt monatlichen Paycheck von Papa, braucht weder Kurse noch Credits und ist einfach Europäer. Nicht zu vergessen – hat nur 12 Wochenstunden und Asiatinnen.Und ist nicht entspannt.
Punkt 1. Es ist bewölkt. Schwül. Zu warm. Einfach Mafan. Oh… da kommt mein Margarita.
Punkt 2. Entwicklungsländer machen nicht immer Spaß. Ich sag nur: mein Magen. Versucht hier mal einen guten Espresso zu bekommen!
Punkt 3. Wer wird nicht von Papa finanziert? Ok, ich habe es schon gut – aber China ist maximal halb so billig, wie ihr euch das vorstellt. Versucht hier mal einen guten Espresso zu bekommen, der euch nicht ein halbes Vermögen kostet. Dann das Rinderfilet dazu und ihr seid pleite! Das Rind kostet nämlich ein Vermögen, also nicht das ganze, sondern nur das Filet – macht 1,5 Vermögen. Und das nur weil ich dekadent bin. Ohne mein 16 € all-you-can-eat-all-you-can-drink beim Nobeljapaner wäre ich echt aufgeschmissen. Ein Hoch auf gegrilltes Rinderfilet, Lachs und Garnelen. Und den Sake nicht zu vergessen. Ach ja, und nebenan gibt‘ s den hervorragenden Nudelmann für 60 Cent. Und den nehme ich öfters in Anspruch als ihr glaubt…
Wenn wir schon bei dekadent sind: Hier gibt es Straßenstände, die englische Bücher verkaufen – 1 € die Managementbibel von Peter F. Drucker. Amazon sagt dazu 25 € aber in 24h lieferbar. In China ist es zum Mitnehmen.
Und nun ein Wort zu den 12 Stunden Unterricht in der Woche – Studiengebühren sind bezahlt, ergo sunk costs. Des Weiteren zweifle ich nichtzusammenhängende Vokabellisten an! Man möge mir unterstellen, dass ich die Sprache nur halbherzig lerne…
Korrekt. Denn die Sprache ist wirklich mafan. Wer hat eigentlich inzwischen die Bedeutung von mafan raus? Den Kritikern, auch meinem inneren kleinen Kritiker, der gerade vom Schweinehund verschluckt wurde – visualisiert einfach wie ein Marcel Reich-Ranicki artiges Format von mir von einem gigantischen Schweinehund aufgegessen wird – werfe ich die Tatsache an den Kopf, dass Chinesisch eine ganz-oder-gar-nicht-Sache ist, von der ich nicht einmal weiß, ob ich sie je wieder brauchen werde. Man sagt, dass Chinesisch eine 5 Jahres Lektion in Demut ist. Das bedeutet nicht, dass man nach 5 Jahren Chinesisch kann, sondern nach 5 Jahren vollständig das Konzept der Demut verstanden hat. Traurig? Vielleicht. Wahr? Definitiv. Mafan? Mehr geht nicht.

Ist das meine Abkehr von der Sinologie? Ich glaube es kaum! Eine Absage an die chinesische Sprache? Definitiv nicht – sondern eine Zusage an … an was eigentlich?

Schwierige Frage – schwierige Antwort. Vermutlich wäre es jetzt treffend eine große Zwischenbilanz zu veröffentlichen. Keine Sorge, das wird kein Enron-Waterloo Crossbreed, der wie ein hässliches Damoklesschwert über mir droht mich jede Sekunde ins Unglück zu stürzen… das kann das Wetter hier schon allein. Mafan.

Nun zur langen Version der Bilanz, quasi mit Anhang und Lagebericht nur mit weniger Standards und humorlosen Wirtschaftsprüfern involviert: Und hoffentlich mit einem größeren Unterhaltungswert als das Standbild des WDRs im Winter…

Das war der Stand vor einer Woche – wie ihr seht, schaffe ich es nicht mal einen Blog ordentlich am Stück runter zu schreiben. Quasi unmöglich für mich hier. Daher die zweite rituelle Entstaubung, vielleicht sollte ich dieses Mal doch zu Blutopfern greifen. Freiwillige vor!

Also, Zwischenbilanz (1 Woche später!!):

Das Auslandssemester hat sich gelohnt – ich bin zwar von flüssigem Chinesisch so weit entfernt wie ein verbrannter, steinharter Kuchen von seiner Ursprungsmasse – es war aber auch nicht mein Ziel. Ich und flüssiges Chinesisch – Haha, das ist ja wie ich und Vegetarier. Passt ohne Negation in keinen anständigen Satz! Dafür kann ich mich in Restaurants und im täglichen Leben ganz gut zurechtfinden. Des Weiteren fühle ich mich hier nicht verloren, sondern manchmal fast wie zuhause. Fast.
Das bedeutet, dass ich mein Ziel tatsächlich erreicht habe – Ich kann mir in der Tat vorstellen hier für längere Zeit, so 2 bis 3 Jahre zu bleiben. Das bedeutet, dass mich mein Master potentiell hierher bringen könnte. Vielleicht auch ein MBA. Auch in diesem Thema bin ich so weit gekommen, dass ich von mir behaupten kann, dass ich mich ganz ordentlich informiert habe und die Entscheidungskriterien fast feststehen. Jetzt brauche ich nur noch das nötige Kleingeld…
Schon wieder quasi ein Erfolg – das wird ja schon fast unglaublich, zumindest schwer zu erfassen, oder?
Ich konnte auch erste Erfahrungen auf dem chinesischen Markt machen. Hatte schon mal ein Essen zu Ehren eines Gastes und konnte erfolgreicherweise nicht negativ auffallen.
Und noch viel besser – das eigentlich Beste hier: Die Menschen, die ich kennen gelernt habe. Sehr viele spannende Menschen hier! Hier einige Highlights: Besuch einer Modenschau, Besuch auf dem chinesischen Land mit anschließendem Kekse backen mit Kindern, die Reise nach Shanghai, Spezialitätenrestaurants, Garküchen im Herzen Chinas und natürlich das Finden von Freunden für‘ s Leben. Nicht zu vergessen das ausgelacht werden an Tag 1!

Alles in allem: Toll! Bis auf die Wohnung, die Hitze, der Magen, Unverständnis, Diskriminierung, Espresso für 4 €, die Dusche, die Küche, Gejammer, Planlosigkeit, Desorientierung…