Shanghai – II

Willkommen zurück im Lande der unaussprechlichen Fremdwörter,

nachdem wir in den letzten Wochen eher Sympathie und Empathie hatten, kommen wir jetzt auf Level 3, quasi Dinge der Unmöglichkeit für mich. Und ich rede nicht vom Abstellen von Verbaldiarrhoe, das vielleicht ein anderes Mal, sondern, Achtung ich mache es offiziell: Ich war das erste Mal seit 4 Jahren wieder richtig im Urlaub, so mit Urlaubsfeeling und so. U-R-L-A-U-B. Ich rede hier nicht von der alltäglichen Dekadenz meiner kulinarischen Hochgenüsse, sondern von dem dezidierten Ansatz Urlaub zu machen. Deshalb sitze ich auch gerade in einem französischen Cafe in Shanghai und warte auf meinen Rückflug – da bleibt etwas Zeit zum bloggen. Und wer hat mich nicht vermisst? Okay, blöde Frage…

Der Kaffee, das Baguette und das Croissant – ein Traum. Könnte auch damit zusammenhängen, dass ich bei Paul, einem französischen Traditionshaus sitze. Und das wichtigste: voll klimatisiert, was natürlich bei mir zu leichter kongtiaobing geführt hat. Ihr fragt euch was das ist? Ganz einfach: Klimaanlagen induzierte Erkältungskrankheiten jeglicher Coloeur. Kongtiao ist die Klimaanlage und bing ist Krankheit. Naja, das soll aber nicht das Thema sein – festzuhalten ist nur, dass das Klima in Shanghai anstrengend ist und man auch gerne mal Taxi nur der Abkühlung willen fährt. Ein Hoch auf die Luftfeuchtigkeit, die auch mal prozentual betrachtet dreistellig werden kann.

Shanghai ist Dynamik, Lifestyle, China, Europa, New York, Metropole, Puls der Zeit, verrückt, teuer, billig, grün, nobel, dekadent, lecker, Straßenleben, erdrückend, unangenehm, Kultur, Eldorado, Ende der Existenz, überwältigend, nicht Peking. Aber vielleicht irgendwie meine Welt…

Mittwochabend war aber erstmal Essen angesagt. Typische Shanghai Cuisine. Nicht schlecht, aber auch nicht meins. An dieser Stelle muss ich mich bei Linda bedanken, die sich meiner und meinen kulinarischen Wünschen angenommen hat. Großartiger Service! Spontan wurde ich auch mit Straßenkarte und Sightseeing-Liste ausgestattet, was mir später noch gute Dienste erwies.

Danach ging es spontan zu Sebastian, der mir für eine Nacht Asyl gewährte, bevor es für mich dann die folgenden Nächte in das Reich von Tanja und Frank ging. Über die Unterbringung konnte ich wahrlich nicht meckern. Großartig!

Shanghai – für mich eine Erinnerung an geschäftiges Treiben. Businessdynamik und ein Hauch Lebensgefühl. Wie zu erwarten, konnte ich auch diesen Eintrag nicht an einem Stück schreiben, sondern musste ihn zusammenzerhackstücken. Inzwischen ist wieder Samstag und ich frühstücke mal wieder westlich mit allem was dazu gehört. Und nehme weiter ab…. jep.

Inzwischen ist meine Stimme leicht lädiert, nachdem ich vorgestern auf die großartige, epochale, legendäre Idee gekommen bin doch einfach mal 8 Stunden am Stück Karaoke zu betreiben. Clever! Naja, zumindest 150% spaßig und ganz ohne Alkohol. Stattdessen keine Dehydration, keinen Kopf und noch wichtigiger: Keinen Unterricht aufgrund der überwältigenden Priorität der Frühstücksaufnahme. Toll.

Danach erstmal 3 Stunden schlafen. Vor Schwüle sterben. Aufstehen. Emails und viel Kleinkram. Abends mit 9 Personen 30 Cocktails auf einmal in der Happyhour bestellen. Mehr Karaoke. Um halb 7 aufstehen. Inzwischen wieder im Cafe sitzen. Zeit genießen, nachdenken, planen, verwerfen, vorwärts kommen, verwerfen, mehr verwerfen, träumen, erinnern, überdenken, lernen… so sehen meine Tage manchmal aus. Das ist China.

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