Ausflug

Mai 4, 2009

Hallo zusammen,

na, hat in Deutschland der Sommer langsam angefangen? Heute wurden das erste Mal mehr als 30 Grad Celcius in Peking vermeldet – gut, dass ich nicht da war. Ich war nämlich bei unserem 2. Ausflug und dieser führte uns in das schöne oder auch weniger schöne, zumindest in der Sanierung befindente Städtchen DaTong.

Am Samstag ging es quasi pünktlich um kurz nach halb 8 auf nach DaTong. Nach guten 4,5 Stunden waren wir dann auch schon da. Natürlich wird nach guter alter chinesischer Manier mindestens eine Pause gemacht, bei der die lokale Wirtschaft durch Kauf von Cola und Eis großzügig durch meine Kommilitonen unterstützt wurde. Danach ging es Koreanisch Mittagessen. Nicht schlecht – aber auch nicht großartig. Nach dem großen Fressen in Chengde waren meine Erwartungen für dieses Mal hoch gesteckt und wurden vergleichsweise bitterlich enttäuscht und das auf einem hohen Niveau. Es gab einfach zu wenig Fleisch. Dafür gab es es dann für schlappe 13 Euro ein 5- Gänge Menü.

Zu Gemüte geführt haben wir uns: Die Grotten, die hängenden Klöster und ein Kohle Bergwerk. Am spannendsten war allerdings die Dimension des Massentourismus. Jetzt kenne ich endlich Orte, an denen man berechtigterweise von Massentourismus spricht… Viele Treppenstufen und mindestens 2 Chinesen pro Stufe.

So, das war die extrem kurze Übersicht… und morgen geht‘ s nach Shanghai!

Des Pudels Kern

April 30, 2009

Hallo zusammen,

ich habe mir Gedanken gemacht. Viele Gedanken. Um meine Zukunft – um genau zu sein, die leidige Frage nach der Zukunft nach dem Bachelor in Tübingen. Die Frage ist deshalb als leidig einzuschätzen, weil ich versuche mich irgendwie für eine Richtung zu entscheiden, die ich noch gar nicht kenne und ich auch nicht weiß, ob sie die richtige für mich sein wird. Bei so einem Problem rate ich in aller Regel dazu sich erstmal den Status quo anzuschauen. Dann machen wir das doch mal…

Aber zuvor ist die Frage, welche Faktoren interessant wären zu betrachten, um eine ordentliche Entscheidung zu treffen. Hier sind alle Menschen mit einer Idee eingeladen, sich bei mir zu melden! Vor allem Philipp, Joachim und Johanna, die mich wohl recht gut kennen. Aber auch Anja, Johannes, Morgan, Mareike, David, Ralf… einfach alle. Jeden hier jetzt aufzuzählen würde die Sache etwas in die Länge ziehen.

DISCLAIMER: Dies ist kein spannender, geschweige denn lustiger Reisebericht. Eher eine Ansammlung zu den Dingen, die mich hier beschäftigen.

Also zu den Faktoren gehören sicherlich meine Interessenslage, meine Begabung, meine Noten, zukünftige Leistungsbereitschaft, bisherige Planung und Zielsetzung, sowie gemachte Erfahrungen. Und natürlich mein Anspruch.

Das Schwierigste kommt natürlich zuerst: Meine Interessenslage und die ist so zersplittert wie Jugoslawien zu seinen Glanzzeiten. Soll heißen, ich interessiere mich für viele verschiedene Dinge, was ja prinzipiell nichts schlechtes ist, aber für Belange wie eine Studienentscheidung die ganze Sache unnötig verkompliziert.

Momentan spannende Branchen sind für mich Biotech/Pharma, Dynamik und Fortschritt pur – ach ja, hier rechne ich noch Medizin und HealthCare hinein. Energiesektor, dieser wird noch richtig in Bewegung geraten, wobei ich mir auch vorstellen kann für einen Riesen wie Shell zu arbeiten – Wettbewerb pur. Und natürlich die lieben Konsumgüter – riesig und hart umkämpft: Jedes Mal aufs neue die Frage, ob man sich bei dem Produktlaunch durchsetzt. Ja, das liest sich vermutlich wie das kleine 1 x 1 eines professionellen Karrieristen. Mir egal. Immerhin kam das Wort professionell in der Beschreibung vor. Ja, ihr braucht nicht lachen – so halte ich mich über Wasser. Warum hat die Branche der Wahl Relevanz? Ganz einfach – andere Branchen, andere Erfordernisse: Im Bereich Konsumgüter brauche ich nicht unbedingt einen Master, siehe zum Beispiel P&G: Hier wirst du eingestellt, wenn du gut genug bist – unabhängig vom akademischen Grad. Ach ja, bei P&G werde ich im Sommer zu einem Praktikum antreten. Pharma usw. erscheint mir dann doch eher klassisch geprägt zu sein: Je höher der Titel desto besser. Und über Energie kann ich nicht viel aussagen, wobei ich vermute, dass es sich ähnlich, wie im Bereich Pharma verhält.

Nun zur Interessenslage in meinem Studium und daraus ableitende Unternehmensfunktionen. Gehört habe ich eine Menge, auch wenn ich noch nicht viele Prüfungen geschrieben habe. Ganz vorne dabei sind Vorlesungen wie Bilanzen, Valuation, Controlling, Corporate Finance, Recht. Leider stoße ich hier ganz schnell auf die Grenzen meines mangelnden Talents und meiner mangelnden Fähigkeit einem reinen Numbercrunching Job nachzukommen. Ergo, ich finde Mechanismen und Konzepte spannend, bin aber kein Freund davon das Zahlenwerk selbst durchzurechnen. Das hat vermutlich zur Folge, dass für mich 50% aller BWL Master in Frage kommen. Toll und dann hätte ich am Rechnen vermutlich keinen Spaß. Wobei ich zu Schulzeiten schon Spaß an Mathe hatte und im Studium bzw. im Praktikum noch nicht mit richtigen Modellen zu tun hatte. Die Begeisterung fehlt dafür. Vielleicht habe ich aber auch nur den inneren Wunsche für einen saucoolen Hedgefond zu arbeiten und auch ein saucooler Amokbänker zu sein. Und da ich mich freizeitmäßig für Brand Equity und Markenmanagement interessiere, muss ich wohl zu dem Schluss kommen, dass für mich mehr als 75% aller BWL Master in Frage kommen könnten. Langfristig käme also Business Development mit Schwerpunkt Finance, Marketing mit Schwerpunkt Finance und die gesamte Welt des Finance in Frage. Und natürlich Consulting. Klingt nicht gerade clever in der jetzigen Marktsituation. Märkte werden überschätzt und es findet eh jedes Angebot kurzfristig seine Nachfrage.

Nun gehen wir mal über zu den Restriktionen – ich meine natürlich Lagerung meiner vielseitigen Talente. Mathe ist jetzt nicht 100% ig dabei. Verständnis für Konzepte ja. Ach ja, ich bin durchsetzungsstark und liebe Wettbewerb. Und ich kann verkaufen und überzeugen, motivieren und Entscheidungen fällen. Auf der soften Seite der Skills bin ich wohl besser aufgehoben. Und argumentieren kann ich – nur leider habe ich kein Jura studiert. Das wäre es wohl gewesen. Der große Wurf. Oder auch nicht. Nun zu dem Punkt Noten. NC-Flüchtlingsland, ich komme! Wenn ich zumindest weiter so mache. Ich habe meinen Fokus wohl eher auf andere Dinge gelegt… Damit meine ich Praxiserfahrung und nicht Alkohol, ihr Schmocks! Das könnte auch gewisse Rückschlüsse auf meine Leistungsbereitschaft zulassen: 5 Praktika, 2 gegründete Firmen und jede Menge andere Dinge. Das sieht nicht gut aus für ein theoretisches Studium. Blöd. Oder vielleicht doch? Ich muss zugeben, dass ich Tübingen niemals „meine“ Umgebung gefunden habe – aber ich wohne ja auch zuhause. Ich kann mir vorstellen, dass es anders wäre, in einer neuen Umgebung.

Bisherige Planung und Zielsetzung. Pretty much standard, but somewhat better than average. Reputation, Impact, Macht, Paycheck. Ok, so kennt ihr mich wohl kaum – deshalb führe ich die Punkte aus. Reputation – einen Ruf für guter Arbeit, auf die man sich verlassen kann. Impact – ich möchte in einer Umgebung arbeiten und leben in der ich für meine Mitmenschen einen Unterschied mache. Gerne auch Impact auf ganze Unternehmen. Und die Macht dazu einen Unterschied zu machen. Und natürlich das nette Gehalt am Ende des Monats.

Ha, nun geht es über zu gemachten Erfahrungen. Von denen mache ich ja momentan ganz besonders viele. Auch Kulinarische – ich sage euch, das war gestern etwas. Nachdem ich nach meinem ersten Semester Steuerberatung gesehen habe, muss ich zugeben, dass ich dachte, dass es nicht ganz mein Bereich ist. Damit handelte es sich um Einkommenssteuer. Je mehr ich aber im Studium darüber höre, desto eher komme ich zu dem Schluss, dass es recht spannende Seiten hat – aber um diese zu sehen, muss man sehr gut sein und erstmal lange Einkommenssteuererklärungen bearbeiten. Danach habe ich Wirtschaftsprüfung gesehen. Das werde ich wohl kaum vertiefen. Danach ging es zu KPMG in den Bereich Risk Management. Hier habe ich sehr viel gelernt und damit meine ich nicht kopieren und Kaffee kochen. Sondern ich habe mich jeden Tag auf dem Weg ins Büro auf den Tag gefreut, der vor mir lag. Vor Ort habe ich mich um Projektmanagement gekümmert, das mich zunächst überforderte, sich dann aber zu einem Heimspiel entwickelte. Tolle Erfahrung! Des Pudels Kern ist aber, dass ich wohl sehr großen Wert auf ein gutes Team lege und auf die Möglichkeit mit erfahrenen und sehr guten Leuten zusammenzuarbeiten, von denen ich sehr viel lernen kann.

Danach war ich bei einem Venture Capital Fonds unterwegs. Hier wurde mein Interesse für Pharma geweckt. Und natürlich der Kampf um richtig gute Deals. Competition at its best. Außerdem gibt es natürlich noch die langjährigen Erfahrungen bei der Gründung und Leitung einer studentischen Unternehmensberatung. Ich kann wohl verkaufen und das Geschäft vorantreiben. Ich habe es genossen. Außerdem hat mir eine mittelprächtige Unternehmensgründung gezeigt, dass es nichts über sauberer Exekution gibt und ich mir trotzallem den Bereich Gründungen vorstellen kann. Was prägt mich noch? Vermutlich, dass mein Humor an Bänker und Anwälte hinreicht.

Mein Anspruch? Ungebrochen. Hoch.

Und was noch wichtig ist, ich habe gemerkt, dass ich selbst ein China recht schnell gute Freunde finden kann, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. Sprachbarriere, Kulturbarriere und klassischen Barrieren, wenn ich eben ich bin. HA!

So weit so gut – wer noch mehr Informationen braucht, der möge sich melden.

Aus den oben genannten Punkten haben sich folgende Optionen herauskristallisiert. Diese sind in etwa so verschieden Brad Pitt und ich – natürlich nur auf intellektueller Ebene. Auch hier gibt es ein gewisses Raster an Faktoren, die ich versuche zu berücksichtigen. Sonst vergleiche ich noch Äpfel mit Hunden. Ja, der Hund hat es mir echt angetan. Faktoren in diesem Fall sind Aufnahmekriterien, Kosten, Internationalität, Ruf, Curriculum, Dauer, Ort, Lebensqualität.Fällt noch jemandem etwas ein?

Option 1. Master of Laws in Sino-European Business Law in Hamburg und Hong Kong. Hierbei handelt es sich um einen Master, der sich in drei Trimester teilt. 2 in Hamburg und 1 HK. Hier kann erstmal mit 10.000€ Studiengebühren gerechnet werden. Wie der Name impliziert handelt es sich hier um einen juristischen Abschluss, der einen auf das chinesisch europäische Transaktionsumfeld vorbereitet. Klingt wie die perfekte Option für einen Menschen, der schon immer Jura studieren wollte, oder? Nicht ganz! Naja, fast! Nun ja. Lasst uns einen genaueren Blick auf Gegebenheiten und das Umfeld werfen.

Um in Deutschland juristisch tätig zu werden braucht man Staatsexamen. Am besten zwei. Die gibt’s leider nicht gratis zu einem Bachelor der BWL dazu. Blöd! Das bedeutet, dass ich mit diesem Abschluss kaum jemanden so schnell vertreten werde. Natürlich brauche ich nicht juristisch tätig sein, das bedeutet aber, dass ich auf Seite der Juristerei maximal eine Support oder Schnittstellenrolle spielen werde. Klingt für mich noch nicht perfekt. Auf Seiten der BWL habe ich die Kompetenz eines Bachelors. Natürlich kann ich auch hier wieder Support oder Schnittstelle sein. Da würde ich wahrscheinlich besser dastehen als bei den Juristen, aber auch noch nicht wirklich toll. Das bedeutet, dass ich mich mit diesem Master auf eine kleine, wenn auch vermutlich nicht schlecht entlohnte Nische spezialisieren würde. Nur kann mich jeder ordentliche Jurist oder BWLer hier verdrängen. Natürlich erleichtert dieser Abschluss den Einstieg in dieses Feld ungemein. Wie es aber mit dem weiteren Aufstieg aussieht, kann ich nicht beurteilen.

Auf chinesischer Seite habe ich das Problem, dass ich kein fließendes chinesisch spreche – siehe auch meinen Artikel dazu – und durch das einjährige Studium in Hamburg und HK keinesfalls besser darin werde. Eher schlechter. Durch 4 Monate HK kann ich natürlich ein wenig netzwerken, was mir meinen Einstieg noch vereinfachen würde. Zum Thema Einstieg – Uni Hamburg und HK haben nicht DEN Ruf schlechthin. Dafür das relativ chinesische Umfeld. Hamburg ist da eine gute Anlaufstelle. Der Punkt ist hier aber, dass ich mich einem Abschluss zuwenden würde, der mich sehr stark spezialisiert und mit dem ich sonst nicht viel anfangen werde. Des Weiteren handelt es sich um kleine Jahrgänge mit wenig Alumni und wenig Bezug zur Uni Hamburg selbst. Aufnahmekriterien sollten mit meinem Hintergrund machbar sein – Lebensqualität ist in Hamburg und HK vermutlich kaum zu toppen.

Was sagt ihr zu Hamburg?

Fragen?

Nun zu meiner zweiten Option: Master in Corporate and Financial Management in Lund, Schweden. Dieser 60 credit Master geht genau wie der Master of Laws nur 1 Jahr und bietet in diesem, ein Finance und Strategy lastiges Curriculum aus 6 Kursen und einem Projekt am Ende an. Bevor ich‘ s vergesse – willkommen im NC-Flüchtlingsland, soll heißen: Sorgen sollte ich mir nicht unbedingt um meine Aufnahme machen sollen. Aber wer weiß… Nun zu Schweden – was ich bisher gehört habe, soll die Ausbildungsqualität sehr solide sein, wenn auch nicht das höchste Niveau, was mir dann doch entgegen kommen würde. Das gute an dem Curriculum ist, dass mehr auf die Management Seite als auf die rein quantitative Seite eingeht. Zu bedenken ist jedoch, dass die Uni Lund nicht unbedingt über einen internationalen Ruf verfügt – sie ist jedoch recht beliebt, was Erasmus Studenten angeht. Nicht zwangsweise meine Lieblingsform des Networkings. Ich rechne mit einer guten Lebensqualität, auch wenn die Stadt nicht gerade groß ist. Nun zu den vermutlichen Folgen und ich meine nicht die klassischen Folgen von Erasmus Exzessen, sondern einige andere. Auf der einen Seite wende ich mich für den Moment vollständig von China ab. Ich werde sowohl die Sprache nicht sprechen, als auch mein Studium wird keinen Bezug zu China haben. Stattdessen spezialisiere ich mich im Financebereich und lege damit einen soliden Grundstein für eine Karriere in diesem Bereich, was mich langfristig, wenn nicht mittelfristig schon nach China führen kann. Außerdem könnte ich noch Schwedisch lernen. Lund selbst hat zum Netzwerken und Verbindungen

knüpfen nicht so viel zu bieten. Das Nächste wäre wohl Stockholm mit der ein oder anderen Bank und VC/PE Bude. Da wollen dann alle Schweden hin. Und ich. Nichtsdestotrotz hätte ich nach einem Jahr einen höheren Financeabschluss.

Anmerkungen?

So, wie die momentane Lage ist, kommen noch etwa 3 Optionen. Es sei denn, mir fallen noch mehr ein… Aber jetzt geht es erstmal weiter in Skandinavien.

Und jetzt geht es nach Dänemark. Ein Pferd, ein Pferd – ein Königreich für ein Pferd – für mich weder Pferd noch Königreich, sondern eine Entscheidung wäre ganz hübsch. Hierbei geht es nun um die Aarhus School of Business, die wohl die Business School in Dänemark und schon in dem ein oder anderen Ranking aufgetaucht ist. Im Gegensatz zu Lund und Hamburg. Es handelt sich hier um einen Master of Finance and International Business.Ist so ähnlich wie in Lund, nur, dass dieser Master 2 Jahre geht und eine größere Auswahl bietet. Dänemark an sich ist schon deutlich teuerer als Deutschland bei vergleichbarer Lebensqualität. Aarhus muss wohl vergleichbar mit Lund sein, was das nicht vorhandene Großstadtfeeling und die Networking-Möglichkeiten angeht. Da es sich hierbei um eine Business School handelt, wird auch wert auf Career Development gelegt. Ich weiß aber noch nicht, wie international die Jahrgänge sind. So wie ich in Schweden schwedisch lernen kann, kann ich hier dänisch lernen. Was mir das langfristig bringt – keine Ahnung. Ich würde aber auf keinen Fall mein Chinesisch verbessern, oder den Bezug aufrecht erhalten. Die Ausbildungsqualität muss auf einem recht hohen Niveau sein und innerhalb von 2 Jahren erscheint es auch plausibel neue Felder für sich erschließen zu können. Aarhus entspricht in vielen Teilen Lund, nur dass es 2 Jahre geht, quantitativer ist, es sich um eine Business School mit all ihren Vorteilen handelt und eben nicht Stockholm hat. Und die Aufnahme erscheint nicht ganz so einfach zu sein. Und ganz nebenbei kann man auch einen Double Degree mit Frankfurt. Und jetzt ratet mal mit was! Richtig, einen LLM am Institut für Law and Finance. Hört sich nicht schlecht an, oder? Hier würde ich meinen Juristerei Bestrebungen nachkommen können, ohne nur Aushilfsbwler zu sein. Aber von China weit und breit nichts zu sehen.

Was sagt ihr nun?

Und nun geht es flux über den Kanal – nach Holland. In die neue internationale Trendhochburg der neuen Ausbildungsformen, nämlich nach Maastricht. Wer hat noch nicht von den innovativen Ausbildungskonzepten der Reformer im Lande von Gouda und Frau Antje gehört?

Hier soll es der Master in Marketing-Finance sein. Ja, ihr dürft über mich lachen – Marketing, ihr habt richtig gehört. Hier geht es um die Frage Marketing durch Finance messbar zu machen und die Frage, wie es sich mit dem Shareholdervalue verhält. Ein deutlich breiteres Feld, als die bisherigen vorgestellten Studiengänge. Hierbei könnte ich mich auch den Branchen Pharma und Konsumgüter recht gut annähern. Des Weiteren kann auch hier in einem Jahr ein Double Degree angestrebt werden: In diesem Fall mit Kanadea Queen‘ s – was nicht zu verachten ist – oder EDHEC in Frankreich. In jedem Fall eine nette Sache. China weit gefehlt – zumindest kurzfristig. Langfristig über die Branchennähe recht gut möglich. Ich sag nur Konsumgüter und China.

Lebensqualität erscheint recht gut – Unterrichtssprache Englisch und ich könnte noch Holländisch lernen und mein Französisch u.U. Aufbessern. Nicht schlecht für Europa.

Dieses Studienangebot scheint etwas mehr Breite zu versprechen, sowohl fachlich, als auch international betrachtet. Nur nicht China. Auch im Bezug auf meine Kommilitonen.

Im Großen und Ganzen lässt sich meine Entscheidungsmatrix auf zwei Fragen zusammendampfen, davon gehe ich zumindest aus, aufgrund der unglaublichen Weisheit, die ich hier in 8 Wochen angesammelt habe.Mehr Weisheit als zugenommene KG. Ich habe sogar abgenommen! Da ich mich aber noch nicht wie Haare Krishna fühle, würde ich behaupten, dass die Beziehung zwischen Gewicht und Weisheit negativ reziprog ist. Auf alle Fälle diametral, was ja uach kein Kunststück ist, wenn es eigentlich nur die Zustände mehr und weniger gibt. Zurück zur Essenz, der Essenzen – der Basis meiner Entscheidungsfindung.

  1. Spezialisierung oder Generalisierung?

  2. China oder nicht?

Nachdem jetzt eine Menge Spezialisierung und recht wenig China kam, kommt jetzt das Gegenteil, quasi das gelbe Ende des Spektrums. Und das lautet….Trommelwirbel…. einen MBA an der Tsinghua SEM in Peking. Verrückt, ne?

Also, dieser MBA verlangt keine Praxiserfahrung, was dazu führt, dass ich ihn direkt an meinen B.Sch anschließen könnte. Stattdessen in GMAT mit competitive score .vermutlich um 600 Punkte – nicht unmöglich.

Der MBA ist an einer Top-Uni Asiens und ist auf 2 Jahre angelegt, hierbei kann zwischen verschiedenen Tracks gewählt werden: Enterprise Management, finance and banking, enterprise innovation and management, accounting analysis and management control, e-commerce and international business adminsitration.

In diesen 2 Jahren kann auch noch ein Auslandssemester belegt werden. Klingt jetzt nicht gerade spektakulär und kann man vermutlich an jeder Uni. Naja, fast… das Angebot hier, liest sich wie das Who is Who. Ich sage nur HEC, ESSEC, ESADE, St. Gallen, Warwick, Babson, Cornell, Kellog, UCLA, NYU Stern, Yale. Ach ja, hätte ich erwähnt, dass man einen affiliated alumni status des MIT s erhält? Ich sehe Networking.

Des Weiteren bietet die Stadt Peking eine Menge… Luftverschmutzung, Magenverstimmung und furchtbares Klima. Nicht die Lebensqualität vor dem Herrn. Daneben ist ein beliebter Ort von Harvard und Stanford PhD Research fellows. Jedoch ist an der Tsinghua zu erwähnen, dass ein enormes Wettbewerbsumfeld herrscht und ganz schnell die Ellbogen auf dem Weg nach oben ausgepackt werden. China eben. Dieser MBA bringt die Vorteile einer Top-Tier Business School und entsprechendm Standort mit sich. Dafür hat die Sache hier ein paar andere Implikationen, die vermutlich nicht zu verachten sind.

Ich habe mich dann auf China spezialisiert, gepaart mit einer breiten Berufsausbildung, ohne viel Arbeitserfahrung zu haben. Das bedeutet ich trete gegen Berufsanfänger an – keine Chinesisch Kenntnisse, keine Kekse. Ergo muss ich in den 2 Jahren mein Chinesisch deutlich aufpolieren. Deutlich. Dann noch etwas zur Bewertung des Abschlusses durch Arbeitgeber. In China wissen die AG, dass ich nicht durch das chinesische System musste, was den MBA deutlich abwertet und ich mich wieder mit Leuten messe, die fließend Englisch und Chinesisch können. In Europa ist die Tsinghua deutlich weniger bekannt und die Investition ins Chinesische erscheint weniger attraktiv. Des Weiteren ist der Nutzen des chinesischen Netzwerks eher begrenzt.

Des Weiteren muss beachtet werden, dass ich schon recht früh einen MBA mache und vermutlich danach keinen zweiten – das bedeutet: Ich nehme mir eine Chance des Karriere-Pushs wenn ich einmal älter bin. Dann ist die Option einfach nicht mehr gegeben. Und warum investiere ich in China, wenn es doch nach Europa geht? Stringenz, where hast thou been?

Los Leute, ich will Input!

Und dann bleibt noch die Unterlassungsalternative: Auf ins Arbeitsleben und danach den Master… und hier ist die Frage, ob ich tatsächlich nochmal studieren gehe. Und viel unangenehmer – ich müsste wissen, wo ich arbeiten will…

Just 2 Cent

April 28, 2009

Hallo zusammen,

heute gebe ich mich mal wieder einer meiner wenigen Stärken, oder zumindest eines dieser Dinge, die ich besser kann – wie zum Beispiel Chinesisch – als andere hin. Ich kommentiere. Mit Leidenschaft, Sarkasmus und jeder Menge Einsichten, die vermutlich keinen interessieren. Außer wahrlich gelangweilten Menschen, die in dem Anstarren einer 70er Jahre Tapete einfach keine Erfüllung mehr empfinden und Menschen, die meinen Stil lieben, wird das keinen toten Hund aus der Ecke holen. Tote Hunde werden landläufig eh überschätzt und schmecken wirklich nicht so gut. Einfach nur nach der Soße – aber das ist ein anderes Thema. Kulinarische Erlebnisse…

Mein Thema ist ein Artikel der Zeit – Macht studieren dumm? – oder soll ich lieber sagen Opfer anstatt Thema? Für alle, die das Gesamtwerk begutachten wollen: http://www.zeit.de/2009/18/C-Tuebingen
Nun, wie immer das Thema der Wahl der Bachelor oder besser gesagt der Bologna – Prozess und seine bösen Folgen auf die Studentenschaft. Wobei es auf diesen Satz herunterzudampfen dem Artikel, einem Meisterwerk der Recherche, einfach nicht gerecht wird. Es werden viele weitere Facetten wie Angst, geistige Armut und Verfall des Studentums angesprochen. So könnte es zumindest ein Schelm versuchen zu interpretieren, wenn er die Zeilen der Zeit zur Kenntnis nimmt. Ist es ein Weckruf oder doch nur das schriftliche Festhalten einer Entwicklung, die schon fast am Ende angekommen ist? Der Nachruf an die gute alte Zeit? Die Kriegserklärung an der Fortschritt? Das Überhandnehmen von Sarkasmus in meinem Artikel? Die boshafte Transformation vom Wissendurst angetriebenen Sozialkritiker, der auch mal auf die Barrikaden steigt zur… zur was eigentlich? Zum bösen Spiegelbild der Werte, einer Gesellschaft, die am Rande des guten Geschmacks angekommen ist und jedem Moment droht, wie die Mauern des Glaubens des Vatikans einzubrechen? HA! Wohl kaum. Oder doch? Hier kommt meine Lieblingszeile:

„Materialismus, Fachidiotie und Karrieredenken träten an die Stelle des freien Geistes, klagen Querdenker wie der Berliner Politikwissenschaftler Peter Grottian: »Der Bachelor macht dumm!« „

Großartig kann ich nur sagen, dass ist Zündstoff, der die Massen bewegen wird – wenn sie es interessieren würde. Jetzt ist es also der Bachelor, der dumm macht? Das bedeutet wohl, dass der Bachelor mit David Hasselhoff, Pokemon, Talkshows und vermutlich Tütensuppe auf einer Stufe steht. Auch nicht schlecht. Vielen Dank für‘ s Gespräch liebe Wissenschaftler. Könnte es sich vielleicht auch um eine Transformation des Wissens- und Ausbildungsmarkts handeln? Ausgeschlossen! Das hier ist einer der wenigen Momente, in der auch ein Anhänger eines puristischen Wissensideals, die Bibel zitieren kann: „Denn es ist von dem Bösen!“ Also der Bachelor.

Genug meiner Worte des puren Hohns, wobei der Meister des Zuhörens wohl schon 95% meiner Meinung herausgefiltert hat und nur noch auf die 5% wartet. Die 5%. Quasi den Kern der Unterhaltungsindustrie in diesem Blog und vermutlich die 5% , warum sich die meisten die Mühe machen diesen Blog überhaupt zu lesen.

Entgegen aller hochgestochenen Erwartungen gehe ich davon aus, dass sich der Bereich Bildung ökonomisiert hat in Deutschland. So weit das Offensichtliche. Mit dieser Ökonomisierung gingen klassiche Marktmechanismen einher – soll heißen: Die Studentenschaft verändert ihr Verhalten. Immer noch offensichtlich, oder? Na, wer hat in Investition und Finanzierung aufgepasst? Ganz genau, ein Kriterium ist der NPV – Nettokapitalwert: Also der Wert einer Investition entspricht den abgezinsten zukünftigen Auszahlungen. Soll konkret bedeuten, dass ich jetzt etwas studiere, was mir nachher vermutlich die höchsten Auszahlungen bringt. Da hat der Professor wohl doch Recht – Materialismus und Karrieredenken pur! Nur eine kurze Zwischenfrage – wo steht bitte, dass das verwerflich ist? Hier wird gerade so getan, als wäre zielstrebiges auf ein Ziel zuarbeiten blind und verwerflich. Ist es vermutlich auch, wenn es nicht den Idealen des freien Geistes entspricht. Schon einmal einen vollen Magen vom freien Geist gehabt? Nicht? Dann hat er bestimmt eure Stromrechnung beglichen… Abgesehen von diesem Nachruf an den Materialismus möchte ich noch den ein oder anderen Punkt ansprechen. Dieses Mal mit weniger Pathos, sondern mit deutlich mehr Inhalt.
Zurück zur Ökonomisierung, im Gegensatz zu den den meisten angelsächsischen Ländern wird bei uns großer Wert auf das sog. Finanzierungslimit gelegt. Das bedeutet, dass wir nicht endlos über Kapazitäten verfügen. In diesem Fall wäre eine Restriktion ganz klar die eingesetzte Zeit. Diese Zeit kann in verschiedene Aktivitäten investiert werden. Ganz typisches Beispiel: Teilnahme an einer Hochschulgruppe oder Lernen auf eine Klausur. Laut diesem Artikel legen die Studenten wohl deutlich mehr Wert auf das Lernen. Läuft hier etwas falsch? Definitiv nicht. Hier schlägt die Rendite zu bzw. die Frage der Resourcenallokation zu. Es scheint momentan so zu sein, dass die Rendite des Lernens höher als die einer Hochschulgruppe ist. Traurig. Wahr. Und?

Richtig, mach mir den Ackermann! Soll heißen: Nach oben mit der Rendite! Leute, ihr lamentiert über die Situation, gebt Interviews, weint, diskutiert und steigert einfach mal überhaupt nicht die Rendite eures Ladens. Nicht ganz clever. Klar, ich sag das jetzt so einfach, ich bin auch ein BWLer, der sich mit dem Thema Stakeholdervalue auseinandergesetzt hat. Soll bedeuten – ich habe mich gefragt, was der Wert für die Mitglieder und was deren Motivation ist, sich zu engagieren. Und so wie es aussieht, befürchte ich, dass den meisten Hochschulgruppen mitgeteilt werden muss, dass sich nicht ganz mit der Zeit gehen und ihrem alten Konzept dermaßen verhaftet geblieben sind, dass sie Mitgliederschwund verzeichnen. Zu Recht?

Auch wenn ich ein absoluter Freund von Vereinfachungen und Schuldzuweisungen bin, denke ich, dass es dieses Mal fast einen differenzierten Blick auf die Ursachen wert sein könnte. Auch wenn die Antwort meiner Meinung nach recht unbefriedigend ist – es ist Angst vor der Ungewissheit. Die Einführung des Bachelors hat alle verunsichert, vermutlich auch die Schreibtischgeneräle die zum Marsch geblasen haben. Aber am meisten wurden die Studenten verunsichert, die noch die alten Ausbildungsformen kennen und leider nicht mehr in Anspruch nehmen können: Es wird verglichen, schlecht geredet, schön geredet und vor allem zu viel geredet. Und dann wären da noch die Unternehmen, die auf der einen Seite wohl Befürworter einer solchen Reform waren und auf der anderen Seite einfach noch nicht wissen, was sie davon halten sollen. Und dann hätten wir da noch eine wirtschaftliche Krise, die den Cocktail zu einem brutalsten Hangover aller Zeiten werden lässt. Angst und Unsicherheit! Überall..außer an einem kleinen Tisch in Peking. Es ist ein Holztisch, der zu der Starbucksfiliale in meiner Nachbarschaft gehört. Und da sitze ich. Völlig nicht verunsichert. Bin ich dann eigentlich versichert? Woher kommt der Begriff?

Warum bin ich nicht verunsichert? Bin ich auf Drogen? Esse ich zu häufig Hund? Bin ich komisch? Alles eklatante Fehleinschätzungen! Es ist ganz einfach: Ich bin Generation Praktikum und das ist auch gut so. Ich breche hiermit eine Lanze für alle, die den Stress lieben. Nach jedem Semester ein Praktikum machen, an Hochschulgruppen teilnehmen und sich einfach in einem Wettbewerbsumfeld befinden, das einen zu Leistungen anspornt, die einem Spaß machen. Immer ein bisschen mehr – vor allem mehr Rendite! Ich will etwas von meiner eingesetzten Zeit: Erfahrungen, Erkenntnisse und vor allem Einsichten.
Ehrlich gesagt – ich weiß auch nicht, was auf mich zu kommt. Ich selbst stehe vor der großen Frage des Masters oder Berufseinstieg. Nur in einem bin ich mir ganz sicher: Es sind ungeahnte Möglichkeiten, die man nutzen muss. In diesem Sinne, gründet Unternehmen, engagiert euch, lernt auf Klausuren – holt alles raus! No rest for the wicked!

15 Kuai Abenteuer

April 26, 2009

Hallo zusammen,

die Lernfähigen unter euch haben inzwischen verstanden, dass wenn ich länger nicht schreibe, dann bin ich wieder dabei irgendwas Tolles oder Bahnbrechendes zu erleben. Es sei denn, ich hätte Magenprobleme und diese sind maximal brechend, aber entbehren jeder Tollheit – jedoch hatte ich hier noch keine und ich plane auch nicht in naher Zukunft mir welche zuzulegen, auch wenn ich immer mutiger, vielleicht auch dümmer werde, was Essen angeht. Dieses Wochenende fällt auch wieder in diese Rubrik, die ich noch deutlich mehr ausbauen sollte. Ich nenne sie interkulturelle Erlebnisse oder auch die „15 kuai Abenteuer“. Hierbei handelt sich jedoch nicht um die gleiche Kategorie von 15 kuai Abenteuern, die man vergleichbar in Deutschland in einem Supermarkt finden kann und sich durch übermäßigen Alkoholkonsum auszeichnen. Okay, Alkohol ist hier auch ab und zu im Spiel – aber hey, das ist das Erkennungszeichen für Deutschen – erstmal Bier her, ne. So oder so ähnlich.

Zurück zu meinen Erlebnissen. Ich fange mal mit dem Freitag an – wie immer von 8 bis 10 Uni, dann erstmal frühstücken. Und zwar so genannte Baozi. Lecker mit Vanille gefüllt. 0,40 kuai pro Stück. Feine Angelegenheit. Kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen. Danach ging es erstmal in Richtung Cafe/Bar/Fressörtchen. Das ist hier häufig kombiniert. Der wichtigste Teil der Kombination ist allerdings WLAN und die Frage, wie still es dort ist – nur dann kann man auch wirklich arbeiten/lernen/schlafen usw. Ich habe mich inzwischen zu einem großen Freund von Nickerchen entwickelt – hier mal 20 Minuten oder dort mal. Nette Sache!

So, dort habe ich dann erstmal eine Runde gelernt und dann ging‘ s nachmittags auch schon mit 2 Chinesinnen Abendessen und ein bisschen Sprachaustausch betreiben. Mehr schlecht als recht, aber es geht voran. Ich glaube zumindest daran. Danach ging der Spaß erst richtig los. Eine Bekannte von mir, die an der BFSU studiert, hat mich zu einer Party eingeladen. Zum besseren Austausch von Internationals und Chinesen. Gute Sache – nur, ich ganz allein an einer fremden Uni?! Kurz gehadert und dann auf ins Taxi. 15 kuai bezahlt und los geht der Spaß. Jetzt sollte die Frage beantwortet sein, woher der Name kommt. Etwas Zögern war schon dabei, als ich mich durch die Tür geschlichen habe. Nur leider scheint ein 1,81m großer Kaukasier in einem Raum voller Chinesen nicht für Unaufälligkeit gemacht zu sein. Und als ob mein Körperbau nicht schon ausreichen würde, habe ich natürlich auch noch meinen roten BeiDa Kpuzenpullover an. Ihr wisst schon, diese lustigen Unipullover, die mich in diesem Fall zu einer europäischen Litfaßsäule der Elite verwandelt, vielleicht stigmatisiert, aber auch zur Bewunderung freigibt. Da stand ich nun, größer, breiter und elitärer als alle Anwesenden zusammen… zum Glück gab es noch das Rudel Amerikaner, das mit einer hoch professionellen Polonaise den Laden aufgemischt haben. Nicht nüchtern, ziemlich bescheuert und peinlich. Nein, ich beschreibe gerade nicht den average-Joe aus den Staaten in Beijing, auch wenn es natürlich sehr verlockend ist. Als diese Form der Bespaßung los ging, hatte ich natürlich schon dem Motto getreu akklimatisiert.. HA!

Oder eben auch nicht. Die Internationals standen beisammen und und die Chinesen ihrerseits. Ob das im Sinne des Erfinders war? Ich habe zumindest eine nette Jamaikanerin und eine nette Koreanerin kennen gelernt. Chris goes international! Ich bin immer wieder aufs neue schockiert, wenn die BWLer hier wohl keine Aussicht auf einen richtigen Job haben. Das meinte zumindest die Koreanerin. Das Motto lautet Internship und weiterstudieren. Das scheint hier die einzige Chance zu sein – aber bitte nur mit exzellenten Noten! Ist hier eben doch alles ein bisschen anders. Wobei Jill, eine Bekannte von mir hier es geschafft hat hier in der IBD von UBS ein Praktikum zu bekommen – sie scheint doch mehr brains als legs zu haben. Und ihre Beine gehen bis zum Hals. Zurück zur Party – in China scheint das doch auch anders zu sein: Die Party fing um 8:00 Uhr abends an und ging bis kurz nach 11:00 Uhr. Für den Eintritt von 30 kuai gab es 2 Bier umsonst. Diese werden auch prompt hinuntergestürzt – in dieser Beziehung könnten es fast Deutsche sein – um dann voll bei der Party loszulegen. Von 0 auf 100 in unter 10 Minuten. Und wenn Chinesinnen los legen… ja, dann legen sie los. Soll heißen Shakira kann einpacken, liebe Gemeinde. AMEN!

Die Details würden euch nur vor Neid erblassen lassen… Um 11:30 Uhr ging es für mich dann mit Karaoke mit Deutschen weiter – noch ein bisschen Bier auftanken und dann auf zum Absacker in das Propaganda. Wie bereits erwähnt, ist dieser Laden genauso heruntergekommen wie der Kommunismus in Russland. Was bleibt, ist der rote Stern am Eingang. Und selbst der flackert und wird manchmal von Besoffenen missbraucht – klingt ganz wie Kommunismus der Neuzeit, oder? Aber auch dort kann man manchmal Glück haben… Ja, jeder verirrt sich mal dorthin und mit jeder meine ich die Shakiras, die nicht schon um halb 12 im Wohnheim sein müssen, weil es dann schließt und erst um 7 uhr wieder aufmacht. Und von 2 bis 4 Uhr morgens gibt es im Lush, dem Treffpunkt für Amis und Europäer mit einem Drang zu Burgern, Burger für 15 kuai. Das nenn ich mal Happyhour. Es ist so der Anlaufpunkt für alle Besoffenen und den Leidensgenossen, die aufgrund einer verzwackten Gruppendynamik und dem unschlagbaren Preis sich doch breit schlagen lassen mitzukommen. Jeder der meint, dass ich Ersteres bin, ist ein Arsch und liegt falsch. So! Nach einem kurzen Burgermassaker ging es dann heim, um genug Schlaf zu finden für das zweite Abenteuer am diesem Wochenende…

Das zweite Abenteuer werdet ihr mir nicht abnehmen, das ist quasi so als wenn sich Baron Münchhausen an seiner Holznase aus dem Sumpf zieht, um mit Rumpelstilzchen einen Heben zu gehen, während Dumbo an Münchhausens Nase Limbo tanzt und über dessen Ohren lacht. Genug verwirrende Bilder, die einen Schelm auf meinen Zustand von gestern Abend schließen lassen würden. Wieder falsch gedacht! Zurück zum Abenteuer… Ich war auf einer Fashion Show. Umsonst. Und wie bin ich da hingekommen? Meine Journalisten/Fotographin Freundin hat mich mit ihrem Presseausweis mitgenommen. Guanxi. Ich habe sie am Abend davor auf der Party kennengelernt. Sie studiert Medien und ist für ein Magazin in Peking unterwegs. Kennt natürlich die schönsten Ecken, reist durch Südost-Asien und steckt Shakira in die Tasche. Bei der Fashion Show handelt es sich um die jährliche Modenschau an ihrer Uni, die professionell organisiert ist und von JCDecau…schlag mich tot und Levis gesponsort wird. Echt nette Sache und kostet Eintritt. Gab auch eine echte gute Live-Band- Alles in allem ein Spektakel. Danach ging es noch ein bisschen was Essen: Zhuanr – Spieße vom Grill. Leider hat auch gestern wieder die Wohnheimregel zugeschlagen: 11:30 Uhr ist der Spaß vorbei – dafür geht es nächste Woche weiter.

Chinesisch…

April 26, 2009

Hallo Leute,

heute gibt es weniger einen meiner chaotisch-charmanten, aber dennoch der Wahrheit nicht entbehrenden Berichte – nein, heute gibt es ein paar interessante Einsichten zur Einschätzung meiner vor Abwesenheit glänzenden Sprachfähigkeiten. Bei einem eher mittelprächtigen Roastbeef Sandwich von Subway gab es mal einen interfakultären Austausch. Anwesend:

Sinologie Student, 4. Semester, gute Sprachkenntnisse, da vor dem Studium in Taiwan gewesen; BWL Student (WHU), 4. Semester, gute Sprachkenntnisse, vor dem Studium 1,5 Jahre in Taiwan gewesen; Int. BWL (Tübingen) Student, 6. Semester, schwache Sprachkenntnisse, vor dem Studium nicht in Taiwan gewesen. Zusammenfassend: Sinologie Hauptfach, BWL Hauptfach und BWL Hauptfach, Sinologie Nebenfach.

Das Thema: Was bringt mir Chinesisch? Im Grunde waren wir uns doch ziemlich einig und das obwohl hier doch Welten aufeinanderprallen, oder so. Die wichtigste Erkenntnis zuerst: Es ist egal wie lange ihr Chinesisch studiert habt – es gibt nur zwei wichtige Fragen:
1.)Wie lange seid ihr mit eurer chinesischen Freundin zusammen?
2.)Wieviel Englisch spricht sie?
Am besten möglichst lange zusammen und so gut wie kein Englisch. Dann läuft das mit der Sprache und der interkulturellen Kompetenz. Ihr solltet jeden Tag mehrere Stunden reden. Ansonsten wird das recht schwierig – ziemlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich, wenn man nicht über ein gewisses Talent verfügt. Ich habe kein Talent, nicht mal ein Fünkchen davon. Dafür auch noch keine Freundin. Des Weiteren sind wir zu dem Punkt gekommen, dass es eine magische Schwelle, quasi die Schallmauer der Verständigung, für chinesisch gibt: Wenn ihr es über diese schafft, dann läuft die Sache – wenn nicht, dann könnt ihr es auch lassen, weil ihr nie wirklich etwas damit anfangen werdet. Was heißt anfangen? Redet der Klassenfeind, der BWL des äußeren Höllenkreises hier? Vermutlich. Okay, ziemlich sicher – aber was bedeutet anfangen? Nur Geld verdienen? Leute über den Tisch ziehen? An Erpressungsversuchen teilzunehmen? Fast – anfangen bedeutet eine ordentliche Konversation zu führen, die über bahnbrechende Sätze wie „ich bin Deutscher und du?“ herauskommt. Und genau das ist auch die Voraussetzung um im Geschäftsleben zu starten. Traurig aber wahr.
Wenn man langfristig gedenkt in China zu bleiben, dann gibt es momentan eigentlich nur zwei ordentliche Varianten. Und beide sind nicht ganz so spaßig. Natürlich gibt es mehr Varianten – viel mehr. Ich konzentriere mich aber meistens auf die erfolgsversprechenden. Ihr kennt mich. Demnächst gibt es noch einen längeren Beitrag, bei dem ich um Feedback bitte. Aber zurück zu den meiner Meinung nach besten Wegen hier erfolgreich langfristig zu bleiben.
1.)Direkt nach dem Abschluss den Direkteinstieg zu schaffen. Das bedeutet gegen Chinesen anzutreten. Fließendes Englisch, keine schlechte Ausbildung und es sind nicht zuletzt Chinesen. Was habe ich? Auch eine grundsolide Ausbildung, viel Erfahrung dank Praktika und stockendes Chinesisch. Der letzte Punkt ist so eine Art Armaggedon für Wannabe-Business-Götter-in-Ausbildung. Kein Chinesisch, keine (Glücks) Kekse… Das heißt richtig reinhauen beim Chinesisch und sich mit dem mittelprächtigen Gehalt zufrieden geben. Stattdessen bist du Teil des größten Arbeitsmarkts der Welt. Und das verspricht Sicherheit für die nächsten Jahr und Bewegung und viel mehr,…
2.)Nun kommt die konservative, wenn auch ziemlich clevere Variante. HA! Nur interkulturell ist sie nicht gerade der Bringer… Ihr geht nach Europa/USA/Japan und sammelt 3 – 5 Jahre Erfahrung bei dem Branchenprimus eurer Wahl – egal was, hauptsache weltweit der Beste. Und dann lasst ihr euch völlig überbezahlt nach China abwerben. Chinesisch könnt ihr dann zwar keins mehr – braucht ihr aber auch nicht. Denn ihr seid wichtig und habt einen Übersetzer. Und zwischendurch verliebt ihr euch in eine Spanierin, schwängert sie und bleibt euer Leben lang in Europa, weil sie China hasst. Wegen den Blauwalen. Oder war das Japan – das ist ihr dann auch echt egal. Kein Asien für euch. Abgesehen von diesem Schreckensszenario kann euch hier bei dieser Variante nicht viel passieren…
Beide Möglichkeiten erscheinen mir noch nicht ideal – jedoch sind die Erfolgswahrscheinlichkeiten ziemlich genau bei 1 und das will etwas heißen in der heutigen Zeit. Ach ja, für alle Zweifler und Wunschträumer: Natürlich kann man in China auch genau seine Nische finden – es sind nur so viel Nischen und mindestens 100 andere Menschen, die genau das selbe suchen. Spricht man dann noch von Nischen? Oder ist das nur eine Übernachfrage? VWLer an die Front, bitte! Es könnten aber auch noch mehr sein, die hier ihr Glück versuchen. Für meine Begriffe ist das aber ziemlich weit weg von einer Wahrscheinlichkeit von 1… eigentlich ist das schon Glücksspiel und der Einsatz ist eure Zukunft. Hopp oder topp. Rien ne va plus. Die Mutigen können hier alles gewinnen. Das ist das Land, wo noch Erfolgsgeschichten von Menschen wie dir, Peter, Stefan oder Michaela geschrieben werden können.Oder du schreibst gar nichts, weil du wie ein geschundener Hund einsehen musst, dass das Leben als Englischlehrer einfach nicht dem Yukon Quest entspricht, deine Vorstellungen völlig falsch waren und du einfach nicht zugeben willst, dass Chinesisch zu lernen doch keine Arbeitsplatzgarantie war.
So oder so – es ist ein Abenteuer, bei dem sich auch der Schwabe einmal als Indiana Jones der Neuzeit fühlen kann…

ABC

April 20, 2009

Hallo zusammen,

ABC – entgegen allen Erwartungen bin nicht gerade dabei endlich das Alphabet zu lernen – ich mache auch keine Werbung für lustige Buchstabensuppe und/oder -kekse, sondern ich bin dabei erste Erfahrungen in einer chinesisch amerikanischen Subkultur zu machen – na, wer kann es erraten? Richtig, ABC steht auch nicht für atomare, biologische und chemische Waffen, sondern dafür, dass ich ein schweizer Grundschüler bin. Zumindest im Herzen – nein, ABC steht für american born chinese. Hierbei handelt sich um eine Untergruppe von sehr netten und offenen Chinesen, die leider für den Europäer mit bloßem Auge nicht vom handelsüblichen Chinesen zu unterscheiden sind. Sie sind ja auch nur in den USA geboren. Da bekommt ja noch keine Staatszugehörigkeit auf die Stirn tätowiert.

In den letzten Tagen hatte ich die einmalige Möglichkeit mit einer faszinierenden ABC durch die himmlische Hauptstadt zu ziehen und einige spannende Erfahrungen zu machen und spannende Leute kennen zu lernen. Großartige Sache!

Zuerst kam das Abenteuer namens Kontaktlinsen kaufen… In Peking gibt es einfach keine harten Kontaktlinsen, was uns toller Weise erst der fünfte Optiker mitgeteilt hat.Und um das zu erfahren hat sich Annie extra für mich durch etliche, teilweise eine Symphonie der Inkompetenz anstimmende, Optikergehilfen gekämpft, die vermutlich nur aufgrund der Tatsache, dass sie billig sind, eingestellt wurden. 10 Menschen, überhaupt kein Plan. Und das ist nicht selten so. Auf alle Fälle hat sie es geschafft schlussendlich einen Optiker zu erwischen, der mir dann doch irgendwie weiterhelfen konnte. Morgen werde ich das Produkt von 1,5 Stunden harten Einkaufens abholen können. Hoffe ich. Weiche Kontaktlinsen. C’est la vie.

Danach ging es stereotypmäßig in den Starbucks. Wo soll man denn auch sonst Kaffee trinken gehen? Sofort ging die Unterhaltung mit spannenden und vor allem tiefgehenden Themen los. Ich war beeindruckt und wie die Meisten wissen, geschieht das eher selten. Ich muss sagen, gerade im Reflexionsprozess hat sie einiges angestoßen.

Im Anschluss ging es spontan MaLaTang essen – scharf, schärfer, MaLaTang. Bei MaLaTang handelt es sich um eine Topf mit einer unglaublichen Menge Chili. In diesem Sud, der aufgrund der Chili quasi steht, wird dann das Gemüse und die Nudeln, das man sich ausgesucht hat, gekocht. Hinterher kommt noch scharfe Soße oben drauf. Hatte ich schon erwähnt, dass wir das in einem Hutong zu uns genommen haben? Also, stellt euch eine kleine Bude vor, in der ich mich kaum bewegen kann, zusammen mit einem unglaublichen Topf Chili und mehreren Chinesen. Und mittendrin: Ich. Mir wurde immer von solchen Plätzen abgeraten. Mit Recht? Ich weiß es nicht. Um es vorweg zu sagen: Mein Magen hat es bravourös überstanden. In so einem Hutong essen kommt für mich schon einem gewissen Kulturschock gleich. Wirklich krass. Aber mit Annie war das quasi kein Problem. Nur mein Rachen hat dann noch 1 Stunde gebrannt, wobei das schon okay ist – ich habe eigentlich schon mit dem schlimmsten gerechnet… Und da saßen wir nur auf den viel zu kleinen Schemeln und haben von einem staubigen Brett gegessen, das an der Wand befestigt war und haben kulturelle Eigenheiten ausgetauscht. Nachdem ich fast in Tränen ausgebrochen bin, habe ich mir erstmal ordentlich an der Sprite vergangen, was zur allgemeinen Belustigung beigetragen hat. Sei‘ s drum. Danach ging es noch eine Runde zu ihr – weitere kulturelle Ausführungen und Diskussionen. Der nächste Tag ging ähnlich weiter. Philosophischer Anspruch, gepaart mit scharfem Essen und einigen netten Leuten, die ich kennengelernt habe. Da wäre zum Beispiel Shall und Han zu nennen. Ein nettes Pärchen, das unter Annie wohnt und über Orion Kekse mit Schokocreme verfügt. Er ist halber Schwede und halber Chinese, Sie ist ABC. Beide sind im Harvard PhD Programm – er für strategisches Management, sie für public health. Und sie haben eine Katze namens Tristan. Gemeinsam ging es dann mal in ein chinesisches Straßenrestaurant – genau, die Dinger, in die ich mich alleine nicht hineintrauen würde. Dort wurden wir herzlich mit Bier und Schnaps begrüßt. Aufgrund schmerzhafter Erfahrungen haben wir den Schnaps weggelassen. Stattdessen habe wir 3, in Worten drei Stunden, lang gegessen, gelacht und einfach eine großartige Zeit gehabt. Und auch hier habe ich wieder viel gelernt – es geht nichts über gute Freunde, gutes Essen und einen schönen Abend. Karlsruhe, Frankfurt, Amsterdam – ich komme.

Midterm

April 18, 2009

Hallo Leute,

na, Ostern gut überstanden? Für alle, die glauben, dass die Religion namens Konsum außer Weihnachten auch schon in Form von Ostern im fernen Osten Früchte getragen hat, der irrt. Keine Schokohasen, keine bemalten Eier – nichts. Dafür wurde mein Mitbewohner bei dem Versuch Eier zu kaufen mit hartgekochten Eiern belohnt. Er wollte Spiegeleier machen.

So, Midterm exams. Nicht für mich. Für die anderen Deutschen aber auch nicht. Vor allem für die Chinesen und das scheint kein Spaß zu sein. Statt netten Treffen mit Sprachpartnern sitze ich nun alleine mit meinem Kaffee da und kann gerade noch dem verlockenden Gedanken widerstehen mich in Selbstgesprächen zu verlieren… lauten, komischen Selbstgesprächen. Fast. Neben den Sinologen, gibt es natürlich noch eine Menge anderer Waiguoren hier. Und einige schreiben auch kein Midtermexams, Eine fast perfekte Möglichkeit noch mehr Menschen kennen zu lernen. Nicht immer ganz einfach, aber wir sind ja alle jung und offen. Hoffe ich zumindest, für diesen Planeten, alles andere könnte sich als leichten Nachteil in der nicht allzu fernen Zukunft herausstellen. Zu meinem Glück und vermutlich entgegen den Erwartungen der Herätiker, die gegen mich wetten, hat es doch ganz gut geklappt. Ich lerne immer mehr, ganz nette Menschen kennen, die echt voll ok sind.

Hier gibt es Amerikaner, Japaner, Koreaner, Italiener, Spanier, Briten, Franzosen, Norweger, Schweden und eine ganze Menge Deutsche. Und alle geben hier alles um eine Sprache zu lernen, der ich seit fast drei Jahren hinterherhinke. Und obwohl ich 100% talentfrei und unbegabt bin – na, was kommt jetzt? Ich werde nicht sagen, dass ich tolle Fortschritte mache – nope! Jedoch muss ich sagen, dass das Leben hier echt Spaß macht. Und langsam erkennt man, für was man die Sprache gebrauchen könnte: Zum Beispiel die Flitzpiepe bei McDonalds morgens um 6 Uhr dumm anzumachen, dass der BigMac kalt ist. Argh! Ich sage es euch – selbst wenn ich angetrunken bin, arbeite ich nicht mit Profis. Furchtbar! McDonalds war wie immer die letzte Station eines Abends, der bei jedem anderen eine Mischung aus Kopfschmerzen und furchtbar verschwommen Erinnerungen hinterlassen hätte. Nicht bei mir, HA! Stattdessen habe ich inzwischen Wäsche gewaschen, Chinesisch gelernt, bin dabei erfolgreich auszunüchtern und habe schon wieder einen Menschen kennen gelernt und es ist erst halb 12. Ach ja, mein Nobelfrühstück in einem Cafe, das Internet und europäisches Omelette hat, habe ich schon zu mir genommen. Zurück zu gestern. Der Abend fing etwas chaotisch beim Schnitzeljapaner an. Wer die Kombination aus Schnitzel und Japaner für abstrus hält, der hat noch nicht das Schnitzel erlebt. Es ist der lebende, okay eher frittierte, Beweis dafür, dass das deutsche Konzept des wahllosen Nomenaneinanderreihens doch sehr lecker enden kann. Also merkte euch: Schnitzel plus Japaner entspricht quasi Heimatgefühlen für jeden ambitionierten Schnitzelesser. Bisher habe ich mich ja nur über das erste Nomen des Wortes Schnitzeljapaners ausgelassen. Auch das zweite Nomen, nämlich Japaner, ist durchaus berechtigt und zwar nicht nur weil die Bude einem Japaner gehört – sonst würde es in Deutschland ja auch unglaublich viele Pizzapakistaner geben. Nein, es heißt deshalb Japaner, weil zum tollen Schnitzel Reis und Misosuppe gereicht wird. Ach ja, man isst alles mit Stäbchen. Deshalb ist das Schnitzel auch geschnitten. Kulturell betrachtet eine spannende Sache. Im Anschluss ging es dann zum Karaoke. Limp Bizkit 4 teh win! YO! Zwischendurch noch ErGuoTou. Genau das Gesöff. Direkt aus der Hölle und/oder Rumänien. Hey Ralf, die Plörre ist übler, als das, was es bei dir gibt. Jedoch ist ErGuoTou ein Lebensgefühl… ein ziemlich verzerrendes, aber darauf geh ich nachher ein. Danach ging es ins Propaganda. Der Schuppen serviert genau den Alkohol, den man bei diesem Namen erwarten würde. Aber ich bin nicht erblindet. Noch nicht.

Selbstversuch 1

April 14, 2009

So Leute,

ich habe mich quasi halb offiziell eingelebt, eingelebt genug um ziemlich dämliche, wenn auch diametral lustige Versuche zu starten. Soll heißen – Zeit für Selbstversuche. Keine allzu schlimmen – ich versuche bleibende Schäden zu minimieren… Gestern wandelte ich auf den Spuren der big urban myth busters. Die These: In Peking kann man nicht joggen. Da die These nicht gerade die Ananas der Schöpfung ist, habe ich mich zu einem simplen Versuch hinreißen lassen: Ich bin einfach mal joggen gegangen…

Clever war’s jetzt nicht, aber gebracht hat‘ s auch nichts. Oder so ähnlich. Also, auf in die Joggingklamotten, Ipod an und los geht’s. Nach den ersten 3 Minuten könnte man fast übermütig werden – dank der Termperatur kann man sich das warm machen sparen und kommt sofort auf Temperatur, was einen natürlich nicht vor Zerrungen schützen wird. Da ich aber nicht überambitioniert bin, habe ich das durch Unsportlichkeit glamourös ausgeglichen. Das Ergebnis war fast genauso erbärmlich, wie lustig anzusehen. 3 Minuten joggen, ich schwitze. Sowohl die Frisur, als auch die Kondition hält. Die Lungen fühlen sich an wie immer. Alles im grünen Bereich. Naja, die Chinesen schauen einen joggenden Waiguoren noch unverständlicher an, als sonst. Es joggt aber auch sonst niemand in Peking – vermutlich hatten einige kleine Kinder und Rentner den Schock ihres Lebens. Joggende Waiguoren. Mann, ist der blöd! Fahrrad wär doch viel cleverer, wobei… vielleicht kann der Ausländer einfach nicht Fahrrad fahren. Das und vieles mehr werden sie sich gedacht haben. Wenn die wüssten, dass ich eigentlich in wissenschaftlicher Mission unterwegs bin. HA! Chinesen.

Nach 5 Minuten spüre ich plötzlich, dass es nicht clever war, nach fast 5 Monaten Abstinenz das Joggen ausgerechnet in Peking wieder anzufangen. War blöd, merk ich selbst. Die Frisur hält. Kondition ist noch nicht vollständig zusammengebrochen. Chinesen schauen etwas entspannter, bin vom Gehweg auf den Radweg umgestiegen. Nach etwa 10 Minuten kommt die vernichtende Wirkung der chinesischen Luft in meinen Lungen an – sie breitet sich wie Blauschimmel in einem Parmesan aus. Von meinen Lungen breitet sich der Schmerz in den Rest des Körpers aus. Ich werde alt. Diese Aktion kostet mich Lebenserwartung. Ein Leben für die Wissenschaft!

12 Minuten: Der Wille hält. Frisur auch. Erste schmerzende Welle ist durch mich hindurch wie eine marode Tube in den Staaten. Dreckig und unberechenbar. Der Plan sagt, dass ich einmal um den Block joggen werde. Sieht so prächtig aus, wie die Alpen in tiefster Nacht. Bei Sturm. Hagel. Im Winter. Nackt. Zum Glück habe ich meinen Ipod dabei. Der trällert fröhlich vor sich hin. Ich mache ihn lauter. Höre innere Schmerzschreie nicht mehr. Sehr gut. Nach 15 Minuten scheint sich der Körper an alles gewöhnt zu haben. Werde langsamer. Fahrradfahrer neben mir lachen den einsam joggenden lonsesome Jogger aus. Einer ziemlich laut. Arsch. Wie es göttliche Fügung so möchte, -könnte natürlich auch ein Anflug von Bösartigkeit nach dem Schmerzmarathon sein – packt mich der Ehrgeiz. Und Smack my bitch up von the Prodigy. Jeder, der schonmal mit mir im Fitnessstudio war, weiß genau, was das zu bedeuten hat. In einem Rausch von Schmerzen, die durch meinen Körper pulsieren, gebe ich mich völlig dem selbstausbeutenden und gar selbstvernichtenden Takt der Musik hin. Und jeder, der the Prodigy kennt, weiß dass das nicht gerade langsam ist. Schnell genug für ein Fahrradfahrer. Mit der Ausdauer einer Katze, die ihrem eigenen Schwanz nachjagt und der unglaublichen Freude eines Hundes, der grundlos und ohne Verstand, einem Auto hinterherstürmt, habe ich die Verfolgung aufgenommen. HA! Zuerst realisierte mein Opf… der Fahrradfahrer gar nicht, dass ich hinter ihm her bin. Plötzlich dämmerte es ihm. Auf ein erstauntes Gesicht folgte abrupte Beschleunigung, die mich nicht davon abhielt ihm weiter zu folgen. Der Schmerzpegel steigt, genau wie das Erstaunen in seinem Gesichtsausdruck, als er bemerkt, dass er mir nicht entkommen wird. Der dichte Verkehr macht es ihm nicht gerade einfach. Mir ist das egal. Ich bin groß und in fahrt. Nicht zuletzt Waiguoren und denen geht man aus dem Weg, wenn sie kommen. Relativ fix schließe ich auf und laufe nun parallel zu ihm. Die Schmerzen in meiner Lunge erreichen ein ungeahntes Niveau.Stellt euch vor ihr greift auf eine Herdplatte. Und dreht den Gashahn weiter auf. Grundlos. Gott sei Dank kam dann die rettende Kreuzung an der ich rechts abbiegen musste. Der Plan sagt: Einmal um den Block. Nicht mehr, nicht weniger. Holla, die Waldfee… Erstmal langsamer laufen – aber immer schön sportlich wirken. Das ist echt nicht ganz einfach. Aber hat geklappt. Minute 37. Ich bin wieder zuhause angekommen. Schmerzen lassen nach. Verstand setzt wieder ein. BUSTED! Man kann in Peking joggen. Es macht keinen Spaß, aber umbringen wird es euch nicht. Zumindest nicht sofort.

Schulausflug 2

April 12, 2009

Hallo liebe Gemeinde,

na, schon voller Vorfreude auf‘ s Eier suchen? Komische Tradition, wobei manche Aushilfsalphatierchen das ja das ganze Jahr betreiben. Da ist dann jeden Tag Ostern. Bei mir ist jeder Tag Überraschung angesagt – vom Essen über die Menschen. Deshalb lässt auch meine Blogfrequenz ein wenig zu wünschen übrig.

Aber nochmal zurück zu meinem Chengde Ausflug. Das war wie Weihnachten – nur besser. Bis auf das Frühstück. Aber wer eine tolle Badewanne hat, der hat ja keine Zeit zum frühstücken. Ich habe trotzdem gefrühstückt. Lecker Toast mit Belag, der einem Ausschussprodukt eines Bayerwerks im Sommer gleich kommt. Ok, das war übertrieben. Aber ich konnte Aprikose nicht von Orange unterscheiden und das lag nicht am Abend davor.

Wobei der natürlich auch an Alkohol wenig zu übertreffen war. Es gibt doch nichts Gemütlicheres als Karaoke in der Hotelbar im Keller. Okay, sagen wir es gibt wenig, das die Abstrusität und den Schulausflugcharakter besser unterstreichen kann, als Alkohol und Gesang. Nach durchaus wiederholten Testläufen komme ich zu dem cleveren Schluss, dass Bier relativ ungefährlich ist. Das holt der Schnaps aber echt mehr als genug auf. Das Gesöff, das direkt aus der Hölle kommt ist Erguotou. Es ist böse. Aber nicht böser als ich. Denn ich bin morgends wieder früh aufgestanden und dann ging es mit dem Ausflug weiter. Diesen kann ich jedem ans Herz legen. Wir haben uns den ein oder anderen Tempel angeschaut, bevor es dann richtig gut essen ging. Essen, ja das können die Chinesen. Vor allem viel und vor allem mehr als ich. Schockierend. Schockierend, aber wahr. Abgesehen von der traumhaften Badewanne durfte ich mich etlichen kulinarischen Hochgenüssen hingeben. Aber das scheint ihr das normale Programm zu sein.

Um so weniger normal ist der Grad an Selbstreflexion, den man hier erreichen kann. Spannende Sache. Nicht immer angenehm, geschweige denn stringent – nichtsdestotrotz bringt es einen weiter im Leben. Naja, weiter gehen tut es so oder so.

In Chengde hatte ich das schockierende Zusammentreffen mit einem Taxifahrer from outer hell. Ne, wirklich, ich habe hier schon eine menge erlebt, was Taxifahrer angeht: Einer wollte mir chinesisch beibringen, in dem wir gemeinsam chinesische Volkslieder schmettern, 45 min lang. Er hat das knallhart durchgezogen, als würde er wissen, dass aus meinem Land Dieter Bohlen und Guildo Horn kommen. Zurück zu Chengde: Nach der unverfänglichen Frage, wo ich denn herkomme, will der Fahrer unbedingt glänzen und klar machen, dass er der Cosmopolit vor dem Herrn ist… mit dem tollen deutschen Satz: Heil Hi*****! Er war dann nicht mal mehr halb so fröhlich gestimmt, als ich ihm klar machen wollte, dass er mit diesem Satz bei seinen deutschen Gästen nicht unbedingt mehr Geld verdient… naja. Sachen gibt’s.

Meine Erkältung hält sich tapfer auf einem niedrigen Niveau und ist einfach nicht tot zu bekommen. Es hat was von schlechtem Geschmack. Ziemlich untot. Mit meinem Magen habe ich jetzt auch schon lustige Experimente überlebt. Okay, vielleicht war s auch dämlich, aber Gott hat’s nicht bestraft. HA!Vermutlich ist er mit Ostern und so beschäftigt. Durch Zufall habe ich eine deutsche Chinesin kennengelernt – aus Düsseldorf – die eine amerikanische Chinesin als Mitbewohnerin hat. Da ich cleverer Weise neulich meine Kontaktlinse verloren habe, dachte ich, dass sie mir wohl am besten helfen kann, neue zu kaufen. Was sie schließlich auch recht gut konnte. Jedoch ist festzuhalten, dass es in ganz Peking keine harten Kontaktlinsen gibt, weshalb ich jetzt weiche testen werde. Danach sind Annie und ich noch in den Starbucks… typisch amerikanisch, würde ich sagen. Hat aber Spaß gemacht! Sie betreut eine NGO in Mittelchina – es geht um HIV positive Kinder. Und damit hat sie ihre Berufung gefunden. Dort macht sie wirklich einen Unterschied. Des Weiteren scheint sie als New Yorkerin Gott und die Welt zu kennen… sehr spaßig! Und Dank ihr, habe ich meine lebenserhaltende Vernunft abgelegt und bin mit ihr auf der Straße essen gegangen. Ich habe schon mein Essen mehrfach an mir vorbeiziehen sehen und wollte ihm Namen geben, da ich es vermutlich mehr als einmal sehen würde. Und es ist nichts passiert! Ihr müsst euch vorstellen, ich war der einzige Waiguoren in diesem Stand mit Dach, der auf einem Schemel sitzend, sein viel zu scharfes Essen von einem Brett an der Wand schlabberte. Spannend, ich sag‘ s euch.

Ich lerne hier immer mehr Menschen kennen – das ist das Eldorado für Trashtalker und Socialiser wie mich. HA! Ach ja, an alle, die denken, dass sie tolle BWL Studenten sind. Ich habe hier eine Studentin kennengelernt, die mit 2 Wochen Vorbereitungszeit einen GMAT von 760 geschrieben hat. „Slap that hoe! Oh wee!“ Für alle, die damit nichts anfangen: Das ist nicht nur gut, sondern DER Knaller! Schlechthin. Also, nehmt euch ein Beispiel… oder lieber doch nicht?! Sie ist der Paradebwler und macht sogar einem WHUler Angst. Ha Ha. Studenten an der BeiDa sind die Krassesten aus 1,2 Milliarden Menschen. Abgesehen von den Austauschstudenten, also auch mir… Sie sprechen meisten fließend English, Jill dann noch sehr gut deutsch und haben einen GPA von 3,9… Und natürlich haben Sie Guanxi. Und trotzdem haben manche Angst um ihre Zukunft. Strange Sache! Seit meinem Aufenthalt hier, kann ich mir ungefähr vorstellen, was Elite wirklich bedeutet und vor allem wie es sich anfühlt. Von innen und von außen. Wobei hier zu sagen ist, dass Chinesen völlig anders damit umgehen. Völlig. Wenn sie nicht zur Elite gehören – dann wollen sie das ändern und zwar aus eigener Kraft…

So viel von mir…

Schulausflug…

April 7, 2009

Hey Leute,

ja, die Zeit vergeht hier wie im Fluge…das heißt ich alter noch schneller. Verdammt. Was soll’s. Man kann das eh nicht verhindern. Aber ich komme hier echt zu nichts – wie ihr bestimmt schon gemerkt. Immerhin habe ich vorhin schon Wäsche gewaschen und Döner gegessen. Nachher sollte ich noch endlich mein Referat für Donnerstag vorbereiten. Sachen gibt‘ s. Ich sage es euch. Das gehört definitiv dazu…

Am Wochenende war ich in Chengde. Das ist einer dieser ominösen chinesische Kleinstädte, die nur von Menschen wir mir – also planlosen Touristen – leben. In Chengde können die Menschen auch von nichts anderem leben, es sei denn Staub und Braun ist eine wichtige Resource. Es gibt dort einfach nichts. Und das nichts ist einfach nur braun.

Abgesehen von nichts, gibt es einen sehr schönen Abschnitt der chinesischen Mauer. Da war die Berliner Mauer wirklich ein Witz dagegen. Vielleicht nicht undbedingt, wenn die politischen Umstände betrachtet werden – dafür sind die Chinesen stolz auf ihre Mauer. Und es werden unglaublich viele und tolle Gegenstände werden zum Verkauf angeboten – Leider waren sie nicht toll genug, damit ich sie mir gekauft habe. Und das, obwohl sich die Verkäuferin extrem viel Mühe gegeben hat. Extrem heißt hier: Sobald die Reisegruppe in Sicht kommt, wird ganz klar verteilt, welcher Verkäufer sich um welchen Touristen zu kümmern hat. Einmal verteilt, dann gehörst du dem Verkäufer und der läuft die ganze Zeit neben einem her und zeigt einem die schönsten Stellen der Mauer. Dabei wartet er auf den richtigen Moment, um dir seine extrem schöne Ware zu verkaufen, was trotz enormen Bemühungen es richtig zu timen, einfach nicht geklappt hat. Unverständlich aber wahr.Trotzdem ist die Mauer einen Besuch wert – tolle Umgebung. Macht Spaß!

So, das war Teil 1 – Teil 2 und lustige Rest kommt – versprochen!